[Rezension] Schaurigschöne Spukgeschichten für schwarze Nächte - Felix Scheinberger



ISBN: 978-3-499-21482-0
Verlag: Rororo Rotfuchs
Seiten: 192
Preis: 7,99 €
Quelle: Rowohlt


Wenn es draußen stürmt und regnet und die ganze Welt in Grau gehüllt ist, gibt es nichts Besseres, als es sich mit den schönsten Spukgeschichten vor dem Kamin gemütlich zu machen. Goethe, E. T. A. Hoffmann, Graham Greene, Ambrose Bierce, F. Marion Crawford, M. R. James u. v. m. garantieren angenehme Spannung und prickelnde Gänsehaut. Zum Vorlesen und Schmökern.
Der Rowohlt Verlag unterstützt und fördert mit diesem Buch junge Illustratoren der Fachhochschule Münster unter der Leitung von Professor Felix Scheinberger.


Das erste Mal konnte ich noch an diesem Buch vorbeigehen, obwohl es mich ziemlich anzog mit seiner Düsternis; das zweite Mal jedoch nicht mehr. Also habe ich es Monate später kurzerhand gekauft und sofort angefangen zu lesen.

Die erste "Spukgeschichte" kannte ich schon zuvor und war ein wenig enttäuscht und stolz zugleich. Enttäuscht, weil ich einen Text weniger zum Gruseln hatte und stolz, weil es mein Lieblingsdichter in dieses kleine Sammelwerk geschafft hat.

Die restlichen Kapitel unterscheiden sich in ihrem Gruselfaktor ziemlich stark. Einige sprachen mich mehr an als andere, sodass ich mir leicht meine Lieblinge raussuchen konnte ("Kleines, suchendes Gespenst" und "Kabine 105").
       Die ziemlich genauen und passenden Bilder verleihen jeder Kurzgeschichte ihr schauriges Etwas. Da ist man mitten in einer Gruselgeschichte, blättert um und erschreckt sich zu Tode, weil die Illustration so unglaublich gruselig ist und das Unheimlichste aus der Fantasie noch mehr beflügelt!

Zwei Geschichten fand ich allerdings sehr seltsam - ich glaube, ich habe sie einfach nicht verstanden. "Der Fremde" ist ein ziemlich seltsames Ende für dieses Büchlein. Ich hatte mir mehr erhofft, einen letzten lauten Knall sozusagen, doch ich wurde enttäuscht.
"Ein Hinterhaus unweit der Edgware Road" hat eine für mich ziemlich verwirrende und unklare Handlung, aus der ich auch nach versuchter Recherche nicht schau wurde
"Die Bank und das Tor" hätte sich in der Reihenfolge weiter oben besser getan, denn es wirkt ein wenig fad durch die bisherigen Highlights, die ziemlich am Anfang ihren Platz gefunden haben.
Allen dreien konnte ich irgendwie nichts abgewinnen.

"Die Affenpfote" kennt man aus verschiedensten Variationen, doch der Kern bleibt immer derselbe. Ich musste zugleich an Friedhof der Kuscheltiere und einen Haufen anderer Filme/Bücher/Prophezeihungen denken, welche die Moral dieser Geschichte schon hundertfach aufgegriffen haben. Nichtsdestotrotz kann man sich dabei ziemlich gruseln, bevor man ins Land der Träume entschwindet.

Kurz gefasst ist "Schaurigschöne Spukgeschichten (...)" ein gelungenes Werk mit unglaublichen Abbildungen von jungen Künstlern, die es bestimmt weit bringen werden.


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