[Rezension] Das Juwel - Amy Ewing



ISBN: 978-3-8414-2104-3
Verlag: Fischer JB
Seiten: 448
Preis: 16,99
Quelle: FJB Verlag

"Darf ich dir eine Frage stellen,
Nummer 197?", sagt Lucien leise.
"Willst du dieses Leben?"

Prunkvolle Schlösser, schöne Kleider, rauschende Feste. Stell dir vor, du wirst aufgrund deiner Begabung für ein solches Schwelgen im Luxus auserwählt. Du darfst im Palast der Herzogin wohnen. Aber was passiert, wenn du ihr trotz deines herausragenden Talents und deiner außergewöhnlichen Schönheit nicht geben kannst, was sie verlangt?

Im Rahmen unserer #Instaomi Leserunde bin ich auf dieses Buch gestoßen und habe mitgelesen, obwohl mich der Titel keineswegs ansprach. Aber bei solchen Leserunden mache ich trotzdem gerne mit, weil ich so immer wieder neue tolle Bücher entdecke.

Der Titel war für mich ziemlich irreführend. Ich dachte, es ginge um ein Juwel, das eine bestimmte Gabe hat. Magische Kräfte oder so. (Dem ist nicht so!) Da ich den Klappentext meistens nicht lese, blieb ich also im Unklaren über dieses Buch, bis ich anfing zu lesen.
    Dann war ich erstmal sehr verwirrt, weil es mich anfangs wirklich extrem an die Tribute von Panem erinnerte. Viele Dinge sind sich ähnlich, hier findet ihr den Vergleich dazu.
Später nahm die Geschichte dann einen anderen Kurs und es wurde immer mehr zu einem eigenständigen, schönen Buch.

Der Schreibstil ist einfach zu lesen, obwohl mich manchmal die Aufzählung und ewige Wiederholung des Prunkvollen (Kleider in dem, dem, dem und auch dem Stoff. Und das gleich 10x in einem Kapitel! *Vorsicht Übertreibung*) gestört hat. Das hab ich dann einfach überflogen und da weitergemacht, wo die Handlung wirklich weiter geht. Meistens ist die Info gar nicht wirklich von Bedeutung, sodass man auch jedes Mal aufs Neue mitbekommt, dass Violets Frisur immer gelockt und hochgesteckt getragen wird...

Die neuen Begriffe (Auspizien, Surrogate usw.) werden nicht sofort erklärt und der Sinn dahinter ist nicht immer schlüssig, was ich aber besser finde als das trockene Erklären aller Bedeutungen auf einmal. Der Leser bekommt häppchenweise Informationen, die er gut verarbeiten und somit auch schnell wieder abrufen kann. Am Ende, das kann ich versichern, sind trotzdem alle Fragen beantwortet!

Violet, die Protagonistin, ist manchmal wirklich anstrengend. Sie provoziert ständig Strafen, über die sie sich dann auch noch lauthals beschwert. Und das anscheinend in Todesangst. KLAR! Natürlich kann ich verstehen, wie sie sich fühlt und sich dagegen zu wehren versucht, aber ich finde ihre Art und Weise, das anzugehen, sehr dumm. Offensichtlich und falsch, da sie alles damit nur noch schlimmer macht und riskiert, alles zu verlieren. Den Rest an Freiheit, ihre Gesundheit etc. Doch lest selbst. (;
Jedenfalls hatte ich mehr Verständnis für das Verhalten der Herzogin, Lucien gegenüber bin ich sehr skeptisch, ebenso weiß ich noch nicht, was ich von Ash und einigen anderen Charakteren halten soll, womit ich euch aber nicht langweilen möchte, wenn ihr das Buch noch nicht gelesen habt. Falls doch, schreibt mir doch eure Meinung in die Kommentare über eure Lieblingscharaktere, eure Unsicherheiten etc.

Abgesehen von den Charakteren finde ich den ersten Teil dieser Dystopie sehr gelungen. Es passiert nicht großartig viel, aber das ist am Anfang normal. Der erste Teil ist sozusagen die Einführung in eine fremde Welt, in die wir Einblick erhalten. Es endet genau an dem Zeitpunkt, an dem die Handlung ihren Lauf nimmt und die Spannung langsam steigt. So hält man es aus, bis das nächste Buch erscheint, aber bleibt trotzdem neugierig auf die Fortsetzung.

Kurz gefasst hat mich Das Juwel ziemlich überrascht. Trotz aller Ähnlichkeit mit der Panem Reihe, schafft es dieses Werk, für sich zu stehen. Und obwohl alle Fragen beantwortet wurden, bin ich doch neugierig auf den zweiten Teil, der auf englisch schon erhältlich ist. Man fühlt sich in die Geschichte ein und leidet, freut sich, trauert mit allen handelnden Personen, weshalb man das Ende nicht einfach so stehen lassen kann.


1 Kommentar:

  1. Ich stimme dir vollkommen zu! Ich bin mir auch nicht ganz sicher, was ich von einigen der Charaktere halten soll...vor allem Lucien und Ash, ich kann mir einfach sehr gt vorstellen, dass einer der beiden nicht der ist, der er zu sein vorgibt...teilweise hat es mich auch sehr an die Rote Königin erinnert, was aber später nachgelassen hat. Trotzdem hat es mir gut gefallen.

    Liebe Grüße, Alma ( meinebuchfamilie.blogspot.de )

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