[Rezension] Weil ich Layken liebe - Colleen Hoover



ISBN: 978-3-423-21614-2
Verlag: dtv
Seiten: 384
Preis: 9,95 €
Quelle: dtv


Stell dir vor, du triffst die große Liebe - und dann kommt das Leben dazwischen...
Nach dem Tod ihres Vaters zieht die 18-jährige Layken mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von Texas nach Michigan. Nie hätte Layken gedacht, dass sie sich dort bereits am ersten Tag Hals über Kopf verliebt. Und dass diese Liebe mit derselben Intensität erwidert wird. Es sind die ganz großen Gefühle zwischen Layken und Will. Das ganz große Glück - drei Tage lang. Denn dann stellt das Leben sich ihrer Liebe mit aller Macht in den Weg...

Ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht so genau, warum ich dieses Buch gekauft habe. Irgendwie hat es im Buchladen gestanden und mich angeschrien. Ich musste es einfach kaufen.


Der Titel hat mich sehr verwirrt. Es gibt Weil ich Layken liebe und Weil ich Will liebe jeweils aus Laykens und Wills Sicht. Warum ist Weil ich Layken liebe nicht aus Wills Perspektive, sondern aus der von Layken?  Will liebt ja Layken und Layken liebt Will, also wäre das umgekehrt viel sinnvoller, oder?
Dann ist mir (dank eines Winks mit dem Zaunpfahl) das schwarz gedruckte WILL aufgefallen und das finde ich dann doch ganz niedlich. Obwohl mir das meine Verwirrung noch nicht ganz nimmt.

Die Geschichte beginnt mit einem Umzug aufgrund eines tragischen Todesfalls. Der erste kleine Atemaussetzer schon zu Beginn, obwohl er im Klappentext schon erwähnt wird. Dank des trockenen Humors in diesem Buch ist diese "kleine" Tragödie für den Leser aber noch nicht so schlimm zu begreifen und zu verarbeiten. Als Layken dann ihren Nachbarn Will erblickt, geht die Handlung schon nach wenigen Seiten in die Vollen, bis zum ersten richtigen Schocker im Buch.
Ich werde nicht mehr verraten, nur soviel:
Ich las dieses Buch und Will & Layken verbrachten eine wunderbare Zeit miteinander. Mein einziger Gedanke dabei war: Was soll bitte jetzt noch Schlimmes passieren?
...
ABER DAS?! 

Laykens erwachsenes und natürliches Verhalten hat mir wirklich sehr gefallen. Sie geht anfangs wirklich gut mit dieser Situation um, wenn man die Umstände bedenkt.

Sie verstellt sich von anfang an nicht, nur um Will zu beeindrucken, was für mich ein ausschlaggebender Punkt ist, weswegen mir das Buch so gefällt. In vielen Liebesromanen versuchen die weiblichen Charaktere das männliche Pendant so penetrant zu beeindrucken, dass mir beim Lesen schon übel wird. Dagegen ist Laykens erfrischende Art angenehm zu lesen.

Als großer Poetry Slam Fan bin ich fast aus den Latschen gekippt, als ich erfahren habe, dass PoetrySlam ein wesentlicher Bestandteil des Buches ist. Das ist wundervoll! Schon der erste Slam hat mich beinah zu Tränen gerührt, obwohl ich die Texte etwas kurz finde. Das ist aber nicht so schlimm, weil das Zeitlimit von Slam zu Slam unterschiedlich ist und das Buch nicht zur Hälfte nur aus Slams bestehen soll.

Wenn langsam der erste Schock überwunden ist und man die Spannungskurve fallen sieht, folgt auch schon die nächste Erschütterung. Layken glaubt, ihrer Mutter ein Geheimnis entlocken zu können, von dem sie ausgeht, es schon lange herausgefunden zu haben. Colleen Hoover versteht es mit ihrem Schreibstil, dem Leser sofort zu zeigen, dass Layken irgendwo falsch liegt, aber verheimlicht so geschickt die Wahrheit, dass die Spannung kaum zu ertragen ist. Als ich dann die Wahrheit erfahren habe, kam wieder so ein Moment. So ein:
Irgendwie war schon klar, dass was Schlimmes passieren wird...

ABER DAS?!

Zwischendurch kamen ein paar Situationen, die ich nicht so ansprechend fand.
     Zum Beispiel spielen die beiden am Anfang ein Spiel. Layken kennt es nicht, obwohl sie dann aus dem Nichts schon die Regeln aufzählen kann?
Teilweise benimmt sie sich doch sehr kindisch und unreif, aber das hält Gott sei Dank nicht so lange an. Sie rennt gerne vor Problemen weg und sucht Fluchtwege, aber sie schafft es immer wieder, sich ihnen trotzdem irgendwann zu stellen - wenn sie selbst eben so weit ist.

Richtig fassungslos (im positiven Sinne) war ich, als ich die manchmal kleinen, manchmal großen versteckten tiefgründigen Bedeutungen gefunden habe. Die lila Haarspange, die rosa Luftballons, Wills unterschwellige Botschaft in Beruf und Slam... Das alles rührt mich zu Tränen.

Kurz gefasst ist Weil ich Layken liebe ein Roman, mit dem man alle Gefühle durchleben kann. Nicht nur weinen und lachen, sondern auch Neid, Eifersucht, Mitleid, Freude für andere, Glückseligkeit und Hoffnung. Bestimmt fehlen noch einige Empfindungen, die ich jetzt nicht erfassen kann, weil ich immer noch zu überwältigt bin. Die kleinen nervigen Szenen gehen schnell vorüber und beschränken sich auf das Mindeste, was das Werk zu einem aufregenden und natürlichen Erlebnis für alle macht, die sich darauf einlassen.




Kommentare:

  1. Ich finde den zweiten Teil am besten!! *_* freu dich drauf

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  2. Sag mir, wenn du den zweiten Teil liest, dann lese ich ihn mit. Ich hab ihn nur bis Seite 20 oder so gelesen und Will ging mir einfach so auf den Keks!
    Aber was ich in dem Laykenbuch am Schönsten fand war die Beziehung von Will zu seinem kleinen Bruder :3

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