Kann man Mary Poppins rezensieren?

Meine Lieben, heute komme ich mit einer Frage zu euch, die ich ausarbeiten möchte. Und eure Meinungen sind natürlich - wie immer - gefragt! Natürlich steht die Frage in der Überschrift und ihr könnt meinen Beitrag überspringen, aber wer weiß? Vielleicht haben wir gleiche Ansichten? Aber erstmal alles auf Anfang.




ISBN: 978-3-7915-2026-1
           ISBN: 978-3-7915-3578-4
Verlag: Dressler
Seiten: 192
           Seiten: 272
Preis: 9,99 €
Quelle: Dressler Verlag


Ich lasse die Klappentexte heute mal weg, da ich glaube, jeder hier kennt Mary Poppins auf die ein oder andere Weise, oder? Nicht? Okay, dann erzähle ich mal ein wenig davon: Mary Poppins ist ein Kindermädchen. Sie ist aber nicht irgendein Kindermädchen. Irgendetwas an ihr ist seltsam. Rutscht sie wirklich das Treppengeländer nach oben? Spricht sie mit Vögeln und hüpft sie wirklich in Bilder hinein? Das wird man nur rausfinden, indem man sich mit den Büchern beschäftigt oder den Film anschaut.

Ich persönlich bin mit dem Film groß geworden. Es gab wohl nie eine Zeit, in der ich Mary Poppins nicht kannte und meine Schwester hat mich dazu gezwungen, Superkalifragilistikexpialigetisch auswendig zu lernen! Ich durfte bis dato nicht mehr aufstehen! Hach, Geschwisterliebe. Heute bin ich ihr dafür gar nicht mehr böse. Es ist oft ziemlich praktisch, denn: Wenn dir mal die Worte fehl'n und dich 'ne Hemmung plagt,
sei stark, beton das Wort und schon hast Du genug gesagt.
Wahrscheinlich wird keiner Widersprechen, wenn ich sage, dass Mary Poppins einfach etwas magisches an sich hat. Die Geschichte ist fantastisch und die Lieder bleiben im Ohr. Habt ihr das Lied auch sofort im Kopf, wenn ich singe: Denn ein Löffelchen voll Zucker...
Die Lieder sind wohl das, was den Film so anziehend macht. Dazu ist Mary Poppins meist ziemlich freundlich und macht tolle Dinge mit den Kindern, sodass jedes Kind sie nur lieben kann.


Aber wo ist da die Grenze zum Buch? Bzw. zu den Büchern? Es gibt übersetzt wohl 5 Bände, im Original soll es sogar 7 Fortsetzungen geben! In unserer Bibliothek auf der Arbeit fand meine Freundin dann gleich zwei Mary Poppins Bücher! Und natürlich hat sie sie mir direkt in die Hand gedrückt. Wie ich mich gefreut habe! Und natürlich gleich verschlungen.
Und schon mit dem ersten Kapitel musste ich erkennen, dass Mary Poppins so gar nicht dem Bild entspricht, das ich bisher von ihr hatte. Ich wusste ja, dass die Autorin nicht begeistert war, den Film sogar richtig schlecht fand, aber dass es so krasse Unterschiede gibt? Das war der Wahnsinn! Mal ein paar wenige Beispiele:
1. Mary Poppins geht an einem freien Tag zu Bert und sie haben einen schönen Tag zu zweit in seinen Straßenbildern. Nicht mit den Kindern, ohne Pferderennen, ohne Superkalifragilistik...
2. Wo wir schon bei den Kindern sind. Es gibt 4 Kinder, nicht nur zwei. Jane und Michael, die beiden großen Kinder, kennt man ja schon aus dem Film. Aber wer kennt die Zwillinge? Ein Baby-Pärchen, das sich auch mit Mary Poppins unterhalten kann.
3. Die Kinder lernen Bert demnach nicht auf der Straße kennen und entfliehen dann mit ihm und Mary in seine Bilder. Er ist auch nicht ihr Schornsteinfeger und schon gar nicht so omnipräsent.
Der extremste Unterschied ist Mary Poppins selbst. Zwar ist sie streng und wird auch so beschrieben und hält immer ihre Nase oben etc. Aber im Buch ist sie extremer dargestellt. Mary Poppins hat immer Recht, Kinder immer Unrecht und es ist eine Schande, wenn sie überhaupt den Mund aufmachen. Viele der damaligen Frechheiten und Unerzogenheiten habe ich kaum verstanden, dann aber habe ich darüber nachgedacht wie das wohl früher so war. Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind, sind im Buch sehr viel unverständlicher als im Film. Jedoch gibt es auch einige Dinge, die sich aus dem Buch erhalten haben. Einmal bitte genauso viele Gemeinsamkeiten? Kommt sofort:
1. Mary Poppins und ihr berühmter Schirm, genauso wie ihre magische Tasche.
2. Die Medizin, die Mary Poppins den Kleinen gibt, schmeckt tatsächlich für jeden anders.
3. Sie besuchen die Vogelfrau und wollen Futter für die Vögel kaufen.
Nun, mal die Unterschiede für sich stehend, kommen wir wieder zur Anfangsfrage: Kann ich mich denn einfach so hinstellen und ein Kunstwerk rezensieren, das sich jetzt bald 100 Jahre gehalten hat? Das fände ich (von mir aus gesehen) schon sehr überheblich, denn Mary Poppins ist einfach klassisch. Es gibt für mich kein Gut oder Schlecht; da ist eher ein Gefällt mir oder Spricht mich doch nicht so an. Ich würde mich dabei nicht wohl fühlen, etwas so Großes zu bewerten, obwohl ich es bei anderen nicht schlimm fände. Ich würde es auch gerne lesen, aber mir kommt immer wieder für mich eine Frage auf: Wer bin ich denn schon? Mary Poppins ist und bleibt ein großer Aspekt der Kinderliteratur, ob die Geschichte einen nun anspricht oder nicht.
     Mein Rat an alle ist jedoch trotzdem: Ich finde, dass man wenigstens eines der Bücher gelesen haben sollte; vor allem, wenn man ein Bücherliebhaber ist. Die Bücher bestehen aus Kurzgeschichten, die einzeln gelesen werden können und für sich stehen, aber auch zusammengehören. Irgendwie. Es passiert immer etwas Anderes und nur manchmal sollte man ein anderes Kapitel dafür kennen. Wie die Ankunft Mary Poppins'.

Was sagt ihr dazu? Kennt ihr eins oder mehrere der Bücher über das fantastische Kindermädchen, das so viele Fragen aufwirbelt? Was haltet ihr von den Unterschieden und den Gemeinsamkeiten? Sollte das so sein? Und sollte man so ein bekanntes, altes Buch noch rezensieren, das längst schon ein Klassiker ist? Oder sollte man einfach kurz widerspiegeln, wie man es empfunden hat, so ein Buch zu lesen? Ich bin gespannt auf eure Meinungen.


Irgendwie wirkt der ganze Beitrag auf mich sehr unstrukturiert. Ich bin gerade sehr unzufrieden, aber ich veröffentliche es nun trotzdem für euch. Einfach, weil ihr auch mal schlechte Tage von mir erleben dürft und merkt, dass bloggen nicht immer nur toll ist. Manchmal hat man einfach Gehirnmatsche und da kommt nichts Gescheites zustande. Vielleicht kommt meine Intention doch ein wenig rüber.

Kommentare:

  1. Hey :)
    Danke für den schönen Post mit einer ziemlich interessanten Frage. Ich finde ihn nicht unstrukturiert und man versteht auf alle Fälle was du sagen willst :)
    Ich habe leider nur ein Mal den Film gesehen, als ich noch ziemlich jung war, weshalb ich mich leider nicht mehr so gut daran erinnere. Zuhause haben wir öfter Nanny Matilda gelesen und den zugehörigen Film über Nanny McPhee gesehen. Aber es passiert ja wirklich oft, dass Filme total von den Büchern abweichen und ganz neue Charaktere erfinden oder bedeutende rauslassen, wodurch die Handlung ganz anders wird.

    Ich denke schon, dass man Klassiker rezensieren kann und auch seine ehrliche Meinung sagen kann, ob es gut oder schlecht ist. Selbstverständlich sollte man auch beachten, dass das Buch aus einer früheren Zeit stammt und daher das Weltbild, die Sprache und die Rollenverteilung anders war.

    Ganz liebe Grüße
    http://dievorleser.blogspot.de/

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    1. Vielen Dank für die Motivation! Ich hatte beim Posten gar kein gutes Gefühl dabei und es ist super, dass man trotzdem versteht, was ich sagen will. Aber dieses Gefühl hat bestimmt jeder mal. (:

      Stimmt eigentlich; sofern man alles berücksichtigt mit der Zeit, den Verhaltensregeln damals etc. kann man eigentlich gut rezensieren. Ich würde das wahrscheinlich irgendwann einfach ignorieren. :D

      Liebe Grüße
      Sarah ♥

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