Rezension: Rubinrot - Kerstin Gier




ISBN: 978-3-401-50600-5
Verlag: Arena
Seiten: 352
Preis: 12,99 €
Quelle: Arena Verlag


Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16-jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel in London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!

Endlich habe auch ich mich an die Edelstein-Trilogie getraut. Wie das plötzlich kam, kann ich euch verraten. Wahrscheinlich bin ich der letzte Mensch auf Erden, der die Bücher noch nicht gelesen hat und meine Rezi ist total unnütz, aber egal. Als ich mal bei der fantabelhaften Anny zu Besuch war, schauten wir uns mit Mister (die wundertolle Gestalterin meines Headers) Rubinrot und Saphirblau an. Ich war total begeistert vom Film und liebe die Effekte, die Farben, die Handlung, einfach alles. Obwohl mich der Rubinrot-Film später irgendwann total verwirrt hat, aber ich komme vom Thema ab. Jedenfalls bin ich so zu den Büchern gekommen und habe sie mir gekauft. Und mittlerweile den ersten Band gelesen.

Zum Cover muss ich wahrscheinlich nicht viel sagen, oder? Schaut es euch an, es ist wunderschön - oder nicht? Ein bisschen unangenehm war es mir schon, draußen mit einem knallrosa Mädchenbuch rumzulaufen, aber wie heißt es so schön? Never judge a book by its cover und wenn jemand sich mit dem Buch beschäftigt hat, weiß, dass die Geschichte mehr ist als nur rosa Plüsch. Also war es mir mal wieder herzlich egal, was die Leute von mir dachten. Nur so viel rosa? Ist wirklich nicht mein Geschmack. Aber es ist trotzdem wunderschön anzusehen!

Ehrlich gesagt gibt es gar nicht viel zu kritisieren an diesem Buch. Die Charaktere sind richtig authentisch; natürlich gibt es eine besessene Dame, die sich und ihre Tochter für die wichtigsten Personen des Universums hält und anderen mit ihren nervigen Kommentaren das Blut zum Kochen bringt. Gwendolyn hat einen wahnsinns Humor und ich fand vieles, was sie sagt oder denkt ziemlich lustig. Allein, weil es so unglaublich echt ist. So jugendlich und doch nicht kindisch. Und so geht es mir mit den meisten Charakteren, wenn nicht sogar mit allen. Tante Maddie ist auch ein wahnsinnig toller Charakter, den ich immer wieder gerne im Buch erblickt habe.
Demnach hat sich meine Angst ziemlich schnell gelegt. Denn ich hatte befürchtet, dass dieses Buch vielleicht zu kindisch für mich sei. Ich habe schon viele Rezensionen zu Kerstin Gier gelesen und auch einige Male gelesen, dass die Handlung und die Charaktere ziemlich kindisch seien und unreif blablabla. Für mich reinster Schwachsinn. Ich bin jetzt 23 und finde allein schon die Handlung nicht wirklich unreif. Das Thema Zeitreisen und die Umsetzung der familiären Verhältnisse sind meiner Meinung nach schon kompliziert genug, um das Buch auch Erwachsenen schmackhaft zu machen. (;

Und genau da wären wir bei den zwei Kritikpunkten, die ich während des Lesens gefunden habe. Schwer zu finden, aber hier sind sie:
1. Wie kann es sein, dass die Zeitreisenden so viel in der Vergangenheit tun können, ohne die Gegenwart zu verändern? Gwendolyn rennt in irgendwelche Menschen hinein, sie reden mit verschiedenen und vielen Leuten in der Vergangenheit, sie singen neumodische Lieder etc., aber nichts davon verändert die Gegenwart. Aber sie müssen trotzdem total aufpassen, dass sie nichts verändern? Äh, ja. Gut. Hab ich nicht so verstanden, denn eigentlich sollten auch die neuen Infos, die der Graf von St. Germain bekommt, sein Verhalten ändern und irgendwas in der Zukunft dann auch. Oder verstehe ich das falsch?
2. Ich muss mich jetzt noch einmal ausgiebig mit den Familienverhältnissen beschäftigen, denn beim Lesen war ich immer wieder verwirrt. So viele Menschen, so viele Zusammenhänge, dann ist der mit dem verwandt und der hat dies mit dem am Hut und.... Waaaaaaaas? Da kann ich nur Paul zitieren, der im Epilog sagt: Diese Verwandtschaftsverhältnisse blickt doch keiner.
Sehr cool, dass Kerstin Gier sich einfach über ihre eigene Geschichte ein wenig lustig macht mit solchen Dialogen und Gedanken und so weiter. Im Großen und Ganzen gibt es sonst keine Punkte mehr, an denen ich etwas auszusetzen hätte. Ich habe das Lesen sehr genossen und würde sofort mit dem zweiten Band anfangen, wenn ich mir nicht schon andere Bücher vorgenommen hätte. Außerdem habe ich die ersten beiden Teile als Taschenbuch und Smaragdgrün ist noch nicht als solches erschienen. Sowas Blödes. Google findet auch kein Erscheinungsdatum - oder ich bin zu doof zum Suchern.

Im Großen und Ganzen kann ich Rubinrot nur jedem empfehlen, der es nicht schon gelesen hat und auf Jugendbücher steht. Ich fand es keineswegs zu kindisch oder unreif und ich musste einige Male wirklich lachen, sodass ich kleine Lesepausen einlegen musste. Und das schaffen Bücher bei mir nur mit größter Mühe. Ich bin eher so der Schmunzelmensch beim Lesen. (;
Abgesehen von diesen Kritikpunkten, die mir vielleicht jemand in den Kommentaren erklären kann mit eigener Theorie oder mit Wissen, gibt es absolut nichts, das ich an diesem Buch aussetzen könnte. Abgesehen davon, dass es jetzt vorbei ist. (;

Kommentare:

  1. Hallo :)
    Ich muss zugeben, dass ich das Buch nicht selbst gelesen habe, sondern das Hörspiel während einer schweren Mandelentzündung gehört habe. Die Handlung fand ich genauso toll wie du und auch die Charaktere sind einfach fabelhaft.
    Mit deinem zweiten Kritikpunkt habe ich kein Problem, da ich von das Lied von Eis und Feuer ein wenig abgehärtet bin was Familienverhältnisse angeht ;)
    Über deinen ersten Punkt habe ich bis jetzt nie so nachgedacht, aber jetzt wo du es sagst, muss ich dir zustimmen.
    Den Film habe ich allerdings noch nicht gesehen, aber das werde ich jetzt wohl bald tun.

    Liebe Grüße
    http://dievorleser.blogspot.de

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  2. Heyo,
    also ich muss zugeben, dass ich das Buch auch noch nicht gelesen habe, aus genau den selben Gründen wie du.
    Aber da du es doch so gut fandest und ich dir vertraue *SCHLEIM*, muss ich es mir doch mal angucken.

    Bussi,
    Maike.

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