Rezension: 28 Tage lang - David Safier




ISBN: 978-3-463-40640-4
Verlag: Kindler
Seiten: 416
Preis: 9,99 €
Quelle: Rowohlt


Warschau 1943: Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage.

28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.
28 Tage, um eine Legende zu werden.

Als ich dieses Buch zum ersten Mal im Buchladen gesehen habe, dachte ich direkt an eine Zombieapokalypse. Das liegt vielleicht ein klein wenig an meiner Begeisterung für Zombiegeschichten. Erstmal war ich natürlich sehr enttäuscht, aber im Grunde habe ich es dann doch mitgenommen, wie ihr sehen könnt.
Obwohl ich doch recht skeptisch war, was das Thema des Buches und den Humor des Autors bezüglich in Verbindung betrifft. Seine anderen Werke Mieses Karma, Happy Family etc waren für mich keine großen Highlights, aber irgendwie musste ich dieses Buch dann trotzdem haben.


Dieses Buch hier war das erste Exemplar, das ich mit meinem neuen SuB-Glas gezogen habe! Ich muss sagen, dass ich selbst noch nicht dazu gegriffen hätte, aber ich bin froh, dass ich es gezogen hab! Mehr dazu ein anderes Mal, wenn ich einen Erfahrungsbericht über das SuB-Glas für euch schreibe.

Als ich dann anfing zu lesen, wurde ich sofort in den Bann der Geschichte gezogen. Vielleicht habt ihr mitbekommen, dass ich eine ziemlich heftige Leseflaute hatte und noch viel mehr um die Ohren, sodass ich nicht mehr viel lesen konnte. Aber das ist auch nicht sonderlich schlimm, weil ich wieder mehr Zeit mit meiner Familie verbringe. (:
Dieses Buch hat mir aber wieder gezeigt, dass Lesen ein großer und wesentlicher Bestandteil meines Lebens ist, den ich für nichts auf der Welt aufgeben will. Natürlich stehen Bücher mit kleinem Abstand hinter meiner Familie, aber dennoch möchte ich mir hin und wieder Zeit für ein Buch nehmen, das mich so sehr in den Bann zieht wie dieses Werk!

Eigentlich habe ich die Schnauze voll von den ganzen WWII Geschichten. Es ist doch immer dasselbe. Menschen, denen etwas unverzeihlich Schlimmes passiert ist und wir sind heute noch daran Schuld. Ich möchte die grausamen Taten von damals nicht runtermachen, sie waren eine unglaublich dunkle Epoche der Geschichte, aber ich bin es ehrlich gesagt leid, dafür verantwortlich gemacht zu werden, obwohl ich nicht einmal dabei war, nicht einmal geboren war. Deshalb beschäftige ich mich mittlerweile nicht mehr so sehr mit diesem Thema.

Dieses Buch allerdings bereue ich keineswegs. Es steht für sich und ist eine klare Sicht der Dinge. Es liest sich wie ein spannender Belletristik-Roman, bei dem man bis zuletzt Hoffnung hat, dass alles gut wird.
Kann denn noch alles gut werden? Gerade, wenn die Hoffnung aufkeimt, dass am Ende doch alles gut werden muss, kommt dann doch der kleine Gedanke, dass es wahrscheinlich kein Happy End geben wird.
Zwangsläufig wird man sich beim Lesen fragen, ob denn irgendwas an der Geschichte real ist, oder ob alles fiktiv ist. Die Antwort darauf ist:
Am Schluss wird jeder aufgeklärt sein. Man sollte sich nur dazu entschließen, das Nachwort zu lesen, in dem der wunderbare Autor uns endlich von den Leiden der Unwissenheit befreit.
Wer es dennoch wissen möchte, sollte diesen kleinen Absatz lesen. Wer nicht, einfach überspringen. Die Überraschung wird groß sein.
Im Grunde basiert das Buch auf einer wahren Begebenheit. Einiges wurde verändert und hinzugedichtet; die Geschichten mehrerer Personen wurden zu einer zusammengefügt, sodass schlussendlich keinem etwas angedichtet wird. Einige Personen hat es dennoch so gegeben, obwohl die Geschichte selbst erfunden ist. Eben mit kleinen, realen Details.
Ich bin immer wieder erstaunt, dass selbst in der schlimmen Zeit von damals noch so viel Liebe geherrscht hat. Kleine Mädchen verlieben sich, es gibt noch kleine Probleme, die dafür sorgen, dass man kurz einmal das Große Ganze vergisst. Sich das Leben irgendwie erträglicher macht. Die Kraft der Menschen verwundert mich immer wieder und ich liebe es, dass viele nicht einfach kampflos aufgeben. Denn jedes Menschenleben ist wertvoll; egal, an was oder wen man glaubt. Egal, woher man kommt und egal, wie man aussieht. Jeder hat es verdient, sein Leben zu leben! Ohne Ausnahme!
Dazu möchte ich ausnahmsweise mal ein Bild in eine Rezi posten, das eigentlich nichts mit der Rezension an sich zu tun hat, das aber perfekt zum Thema passt. Ich weiß nicht, woher das Bild ursprünglich kommt, es wurde mir mal per Whatsapp von der wunderbaren Anny geschickt.

Nun möchte ich aber noch einmal auf das Buch eingehen: Ich finde, dass Herr Safier sich öfter mit solchen Thematiken auseinandersetzen sollte. Ernste Bücher mit der perfekten Portion Humor - das kann nicht jeder! Doch hier bereut man keinen einzigen kleinen oder großen Lacher, den man bei einem Thema liest, das sonst sehr drückend ist. Die anderen Werke haben mich wirklich nicht so sehr angesprochen. Es war mir irgendwie zu viel und vielleicht habe ich auch viel zu viel erwartet, weil alle diese Bücher geliebt haben, aber 28 Tage lang ist bislang mein Lieblingsbuch von ihm. Ich würde mich sehr freuen, mehr davon zu lesen. Vielleicht über andere Themen, es muss ja nicht immer das Gleiche sein. Aber ernste Bücher mit ungezwungenem Humor braucht die Welt! Und zwar in Mengen! Mehr davon!

Zusammengefasst kann ich 28 Tage lang nur empfehlen! Selbst, wenn man Safiers Vorgänger nicht so ansprechend fand, trifft hier sein dezent eingesetzter Humor direkt ins Schwarze. Man traut sich, bei diesem Thema auch zu lachen, ohne sich dabei schlecht zu fühlen, was ich als riesigen und wertvollen Schatz betrachte. Das Buch liest sich leicht, ist trotzdem spannend und doch vergisst man dann doch kurz, dass das alles der Wirklichkeit entsprechen könnte. Am Ende jedoch wird jeder aufgeklärt, der sich die ganze Zeit fragen wird, ob das Buch nun fiktiv ist oder nicht.

1 Kommentar:

  1. Hallo :)

    Mir geht es genau so wie dir! Einige Bücher über den 2. Weltkrieg beschäftigen sich nur mit irgendwelchen Blutbädern, klar war es schrecklich aber ich muss es nicht ständig lesen.
    Doch dein Buch hört sich ja ganz anders an und du hast mich wirklich neugierig gemacht :)

    Alles Liebe

    Maxi von http://dievorleser.blogspot.de

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