Rezension: Aber erst wird gegessen - Dietmar Bittrich




ISBN: 978-3-499-63050-7
Verlag: RORORO
Seiten: 320
Preis: 9,99 €
Quelle: Rowohlt


Da ist sie wieder, die bucklige Verwandtschaft …

Eben erst haben wir ihre Geschenke entsorgt, da
stehen sie schon wieder auf der Matte: unsere Cou­sinen, Schwäger und Tanten, Onkel und Patchwork-Verwandten. Schöner sind sie nicht geworden. Was sie erzählen, kennen wir längst. Ihr Gesang ist dünn, ihre Gaben sind dürftig. Dafür wollen sie auf unsere Kosten ausgiebig essen und trinken. Die Kinder ziehen sich an piepende Tablets zurück, Oma hält es für ihren Geburtstag. Wir nennen es Weihnachten und sind fest entschlossen zu überleben.

Na, da hat mein SuB-Glas ja ganze Arbeit geleistet mit einem Weihnachtsbuch im Sommer. Aber es wurde gezogen und ich habe es gelesen! Und ich bin froh drum, es im Sommer gelesen zu haben. Wirklich abgekühlt hat es mich nicht. Warum? Das erfahrt ihr nun Stück für Stück.


Das Buch besteht aus vielen kleinen Kurzgeschichten und ich bin vor Freude an die Decke gegangen, als ich Patrick Salmen entdeckt habe. Ich meine... Patrick Salmen! Patrick Salmen! Wie, ihr kennt ihn nicht? Na, dann wirds jetzt Zeit! Folgt mir bitte hier lang.
Das ist übrigens Poetry Slam. Ich liebe Poetry Slam! Und ich liebe Patrick Salmen! Und Andy Strauss. Und Max Kennel. Und noch so viele mehr!
Wie 'n Schnitzel hab ich mich gefreut, musste aber lange warten, bis ich endlich zu seinem Part kam. Denn selbst Kurzgeschichten lese ich nach und nach in der vorgegebenen Reihenfolge. Mein Highlight in diesem Buch und ich wurde absolut nicht enttäuscht!

Andere Kurzgeschichten fand ich dann echt ziemlich einschläfernd oder nicht so lustig, manche sind eben lustiger oder spannender als andere. Aber das ist doch bei solchen Sammlungen normal, oder?

Warum aber freue ich mich, im Sommer so ein Buch zu lesen? Ganz einfach: Weihnachtsstimmung kommt hier garantiert nicht auf. Man erhält zwar Einblick in das ein oder andere Wohnzimmer an den Festtagen, aber wirklich Freudig ist keine der Geschichten, einige sind sogar ziemlich zynisch. Versteht mich nicht falsch, ich liebe diesen Humor und ich musste viel lachen, aber dieses Buch ist ein Weihnachtskiller. Wie der Titel und das Cover schon erahnen lassen. Deshalb bin ich auch froh, es im Sommer gelesen zu haben. So konnte ich eine kleine Abkühlung genießen in den warmen Nächten hier. (:

Kurz gefasst ist die Rezi an sich schon, aber es geht noch kürzer. Dieses Büchlein ist voll von weniger lustigen und superlustigen kleinen Geschichten über das unverblümte Weihnachten, das wir alles kennen, aber natürlich verdrängen wollen, weil Weihnachten doch soooo toll ist! Ich empfehle es jedem, doch nicht zu Weihnachten!

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