Rezension: Obsidian - Jennifer L. Armenout




ISBN: 978-3-551-58331-4
Verlag: Carlsen
Seiten: 400
Preis: 18,99 € (Hardcover)
Quelle: Carlsen.De


Als die siebzehnjährige Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In ihrem winzigen neuen Wohnort kommt sie in den ersten Tagen nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Nur mit Mühe lässt sie sich dazu überreden, bei ihren Nachbarn zu klingeln, um »neue Freunde« zu finden. Und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber bodenlos unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau der Junge, dem sie von nun an am meisten aus dem Weg zu gehen versucht, ihr Schicksal bereits verändert hat …

Da ich schon mitten im zweiten Band bin, habe ich mich dazu entschieden, diese Rezension erstmal vor den anderen ausstehenden Büchern zu schreiben, bevor ich mich noch vom zweiten Band beeinflussen lasse, was meine Meinung angeht.

Nachdem alle Welt diese Bücher nun schon kennt, komme ich mal wieder als totaler Nachzügler auch damit an. Aber egal, irgendwie muss ich halt doch noch was dazu sagen, wie immer. (;


Mir ist am Ende der Rezi etwas aufgefallen. Sie enthält unglaublich viele Spoiler von Dingen, von denen ich persönlich denke, dass sie eh jeder schon kennt. Deshalb schreibe ich offen und ehrlich darüber, aber ihr solltet euch eben auch dessen bewusst sein. SPOILER OHNE ENDE! (Auch unmarkiert)

Was mir von Anfang an aufgefallen ist, ist diese unglaubliche Nähe zu der Biss-Reihe. Zwar geht es hier nicht um Vampire oder Werwölfe, aber ich erkläre euch einmal das Prinzip (Spoilerwarnung für diesen (gefärbten) Abschnitt):
Ein Mädchen zieht in ein kleines Kaff, ist total einsam und kennt niemanden und was passiert? Sie lernt den Typen kennen. Der eine, der Schärfste, auf den alle scharf sind. Und was passiert? Natürlich genau das, was immer passiert.
Dazu kommt noch, dass sie selbst als total unschön und langweilig beschrieben wird, während um sie herum nur die geilsten Weiber rumlaufen. Aber nein, der eine, der supergeile Kerl hat natürlich nur Augen für sie. Am Anfang waren diese Geschichten noch ziemlich aufregend, aber mittlerweile finde ich es nur noch extrem anstrengend.
Tut mir echt leid, aber mal im Ernst? Muss die hässliche kleine Ente immer die schönsten Kerle abbekommen? Eine, die sich dazu noch total komisch verhält und das mit ihrem Charakter gar nicht mal so dolle ausgleicht? Wo noch dazu ihre Freundin ein total aufgeschlossener Mensch ist und anscheinend echt hübsch ist? Klar, klingt oberflächlich von mir, aber bitte? Die ganze Welt ist oberflächlich.
Da sind wir aber schon beim nächsten Thema. Das Mädchen findet neue Freunde. Auf Anhieb. Ein Tag Schule und schon hat sie die besten neuen Freunde, die sie allerdings gar nicht braucht bzw. die für die Handlung irgendwie nur im Weg zu sein scheinen, weil im superaufregenden Leben der unschönen, langweiligen Protagonistin immer etwas passiert, wobei ihr ihre Freunde irgendwie ein kleiner Dorn im Auge sind.
Mal ehrlich: Wie oft im Leben kommt man auf eine neue Schule und isst schon zu Mittag mit neuen Freunden? Das regt mich so dermaßen auf, weil es mittlerweile einfach zu einer 0815 Standardgeschichte wurde. Siehe Twilight. Siehe die Will & Layken Reihe. Siehe 1 Million anderer Bücher über die HighSchool.

Gut, aber erstmal genug darüber aufgeregt, denn eigentlich - abgesehen von dem oben - war das Buch doch extrem gut geschrieben.
Daemon, der Nachbar, scheint ein ziemliches Arschloch zu sein, was sich die gute Katy natürlich nicht gefallen lässt. Finde ich gut und eigentlich auch ziemlich amüsant.

Was mir aufgefallen ist, sind die überhandnehmenden Sexbezogenen Szenen. Katy scheint echt dauergeil zu sein und Daemon irgendwie auch. Wirklich jugendfrei würde ich es nicht nennen, obwohl es auch nicht obszön ist. Die Szenen sind ziemlich gut geschrieben, sodass es einem nicht unangenehm wird beim Lesen. Aber irgendwann denkt man sich schon seinen Teil dabei und einige Male kommt auch der Gedanke auf: War das jetzt echt nötig?
Irgendwie scheinen sie sich körperlich mehr zueinander hingezogen zu fühlen als gefühlstechnisch, was einige Szenen dann widerum seltsam erscheinen lässt.

Das waren bisher ziemlich viele Kritikpunkte, aber ich muss auch etwas Positives loswerden.

1. Daemon. Abgesehen vom Namen ist er echt ein Mann, wie ihn die Welt braucht. Ein richtiger Kerl, obwohl er ja ein ziemlicher Mistkerl ist. Aber er ist ein Mann. Kein Weichei wie Edward (sorry an alle Fans, aber er ist schon ziemlich weinerlich). Das macht das Lesen wirklich extrem aufregend, weil er halt einfach wirklich Boyfriendmaterial ist. Man fiebert mit ohne Ende!

2. Trotz all den Kritikpunkten konnte ich nicht aufhören zu lesen, weil die Geschichte an sich so überaus spannend war. Ich war total in der Geschichte drin, selbst wenn ich nicht gelesen habe. Dieses Gefühl ist für mich echt selten geworden und ich habe mich riesig darüber gefreut, weswegen ich schon den zweiten Teil der Reihe verschlinge. Dieses Argument ist eigentlich das größte der ganzen Rezi, denn wenn es ein Buch schafft, dich auch in deinem Alltag so einzunehmen, dann ist es ein großartiges Buch, egal wie sehr dich die Kleinigkeiten aufregen.

Kurzum istder Auftakt der Lux-Reihe ein ziemlich gelungenes Werk, was viel Lust auf mehr macht. Trotz der vielen kleinen Ungereimtheiten oder der üblichen Handlung fesselt Obsidian auch im Alltag so sehr, dass man gar nicht anders kann als weiterzulesen.

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