Rezension: Der Mörder weinte - Anne-Laure Bondoux




ISBN: 978-3-646-92580-7
Verlag: Carlsen
Seiten: 176
Preis: 1,99 €
Quelle: Carlsen


In einem Haus an der südlichsten Spitze Chiles, wo nichts ist als steinige Erde und Wind, wächst Paolo auf wie ein kleines Tier oder eine zähe Pflanze. Bis zu dem Tag, an dem Angel Alegria auftaucht, ein Mörder auf der Flucht. Ohne Zögern tötet er Paolos Eltern; er bringt es aber nicht übers Herz, Hand an den Jungen zu legen. Stattdessen beginnt er, sich um ihn zu kümmern. Als dann auch noch Luis auftaucht, der Paolo Lesen beibringt, kämpfen sogar zwei Männer um die Vaterrolle, und Paolo erfährt eine Art von Glück. Aber auch in dem kleinen Haus am Ende der Welt sind die drei nicht sicher vor ihrer eigenen Geschichte.

Auf der Carlsen Website ist das Buch nur noch als eBook erhältlich, aber auf Amazon kann man es noch gebunden erwischen. Da ist es auch günstiger und schon ab 6 € zu bekommen. (Für alle, die lieber ein Buch in der Hand halten als ein Gerät)

Ich habe viel Poesie erwartet, was nicht der Fall war. Der Schreibstil ist schlicht und normal, während der Inhalt aber extrem tiefgründig ist. Ein Mörder, der nach Anerkennung lechzt und geliebt werden will, ein Junge, der das primitive Leben lebt, das uns oft fehlt und ein Mann, der furchtbare Angst vor der Welt hat. Das alles gibt viel Raum für Gefühle, Missgunst und eine Menge Enttäuschung.

Ich liebe die unendliche Hoffnung, die in jedem Satz des Buches ausgestrahlt wird. Dieses Buch wird nicht nur gelesen, es wird gefühlt. Es ist zwar ein Buch für Kinder, aber ich lege es jedem Erwachsenen ebenso ans Herz, denn es ist einfach ein gelungenes Werk.

In meinen Augen ist das Buch auch nichts für die breite Masse. Es wird nicht viele Menschen ansprechen, sondern nur die, die sich nach ein wenig Tiefe sehnen. Deshalb ist es mein persönlicher Geheimtipp für alle, die gerne auch ein wenig poetisch lesen wollen.

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